19.05.2024

Es summt und brummt am Betriebshof

Busse und Bienen haben auf den ersten Blick bis auf das „B“ am Anfang wenig gemeinsam. In Friesdorf gibt es jedoch eine weitere Parallele: Beide sind auf dem Betriebshof von SWB Bus und Bahn "zu Hause". Die Stadtwerke finanzieren dort die Pflege von zwei Bienenstöcken.

Die Imker Kai Kattelmann (l.) und Tim Schneider schauen, ob sich die Bienen in den Stöcken der Stadtwerke am Betriebshof in Friesdorf gut entwickeln. (Fotos: Stadtwerke Bonn/Silke Elbern)

Pünktlich zum Weltbienentag am 20. Mai ist die Kooperation mit der Imkerei Stadtblüte um ein weiteres Jahr verlängert worden. Seit 2022 stehen die Bienenstöcke gut geschützt am Betriebshof an der Godesberger Allee. „Das Projekt liegt uns sehr am Herzen, weil es Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Kleinen bedeutet. Damit fördert es Aspekte, die uns bei all unserem Bestreben für die Klimaneutralität des Konzerns und der Stadt Bonn täglich antreiben“, betont Olaf Hermes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Bonn.

Auch an anderen Liegenschaften setzen sich die Stadtwerke für Naturschutz und Artenvielfalt ein, wie zum Beispiel mit wilden Wiesen und Nistkästen für Turmfalken an der MVA Bonn oder Insektenhotels im Innenhof der Zentrale an der Theaterstraße.

Beste Voraussetzungen in Friesdorf

„Man würde es nicht unbedingt erwarten, aber die Bedingungen hier sind optimal“, sagt Kai Kattelmann. Denn in der Nähe gibt es ein großes Angebot an Alleen und damit jede Menge Nektar und Blütenpollen von Kastanie, Robinie, Linden und mehr. „Daneben helfen die Bienen jedem Kleingärtner im Umfeld, denn sie bestäuben viele Obst- und Gemüsepflanzen“, erklärt Tim Schneider.

Dabei ist ihr Tun mühsam: Ein bis zwei Teelöffel Honig stellt eine Biene im Laufe ihres Lebens her. Für ein Glas Honig müssen also ganz schön viele Bienen ihr Leben lang schuften. „Deshalb legen wir großen Wert darauf, die Völker nicht komplett auszunutzen“, erklärt Imker Kattelmann. 

Von dem gesammelten Honig werden lediglich 20 Kilo geerntet, so können die Bienen auf ihrem eigenen Honig überwintern. „Das haben sie sich nach der Anstrengung verdient, denn in dem Honig sind viel mehr Inhaltsstoffe als in dem reinen Haushaltszucker, den sie sonst bekämen“, sagt Kattelmanns Kollege Schneider.

Ganz schön viel los auf der Wabe und trotzdem weiß jede Biene, was sie zu tun hat.
Nach der Ernte landet der Honig als "Bonner Stadtblüte" im Glas.

Schon kurz nach der Sommersonnenwende schrumpft die Population im Stock. Von rund 50.000 Bienen geht es bis zum Winter runter auf 10.000 bis 15.000 Tiere. Im Frühjahr beginnt dann wieder reges Treiben bei den Bienen - Waben bauen, Jungbienen aufziehen und Ausschwärmen auf der Suche nach süßem Nektar.

Kontroll- und Pflegefahrten mit dem Lastenrad

Zum Nachhaltigkeitsaspekt gehört für die Imker auch, dass sie ihre Bienenstöcke im Stadtgebiet fast immer mit dem Lastenrad ansteuern. Nur zweimal pro Jahr, meist Anfang Juni und Mitte Juli, müssen sie für die Ernte aufs Auto zurückgreifen, um die vollen Waben in den Verarbeitungsraum zu transportieren. Anschließend wandert der Honig als „Bonner Stadtblüte“ ins Glas. Weitere Infos auch zum Erwerb des Honigs gibt es unter www.imkerei-stadtbluete.com. (se)

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